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Waffeln, Quiche und großer Kaffee 

von peterbachstein Pro @ 2013-08-22 – 23:51:39

Rudimarie; hinter diesem ungewöhnlichen Doppelnamen verbiergt sich ein sympathisches kleines Kietz Cafè am Rande des Weichselplatzes in Berlin Neukölln. Der Laden ist besonders beliebt bei Eltern, deren Kinder auf dem großen Spielplatz gegenüber herum tollen. Aber auch der Großstadtwanderer hockt hier gerne in der Sonne, um möglichst viel Kaffee zu trinken.

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Weiß inzwischen natürelich fast Jeder, dass der Großstadtwanderer ein furchtbarer Kaffeefreak ist und damit garantiert eine wichtige Stütze des Umsatzes zahlreicher Röstereien. Auch süßes Zeug kann er haufenweise verputzen und da es im Rudimarie diese phantastischen frischen Waffeln gibt, kann er sich mit einer Portion keineswegs begnügen. Aber bitte mit Apfelmuß.

Die nette Besucherin ist beim Essen nicht ganz so in süßer Richtung unterwegs. Sie verdrückt daher lieber eine schöne pikante Quiche, die es bei oder im Rudimarie glücklicherweise ebenfalls in besonders schmackhaften Varianten gibt.

 

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Neuköllner.Net

 „Ich würde den Ball flach halten“

von Magdalena Ulrich am 3. Juli 2011 

NeuköllnerNet

Startschuss für unsere Porträt-Reihe „Neuköllner“. Ines Djampour betreibt mit Freund Ulf Binder das Café rudimarie. Die Tochter eines Iraners über 13 Jahre Kiezleben und ihre namenlose Eisdiele am Weichselplatz.

neukoellner.net: Wie lange leben Sie schon in Neukölln?
Ines Djampour (43):  Ich wohne seit 13 Jahren im selben Haus am Weichselplatz. Vor vier Jahren haben wir unser Café rudimarie eröffnet.

Warum leben Sie hier?
Ich bin damals gemeinsam mit vielen langjährigen Freunden hierher gezogen. In unserem Haus gab es viele leer stehende Wohnungen. Wir hatten eine Art WG-Haus. Und ich habe eine fantastisch schöne Wohnung hier, obwohl man das dem Haus und dem Platz früher nicht ansehen mochte. Unsere Hausgemeinschaft war damals eine Art Insel in diesem Kiez.

Was wünschen Sie Ihren Nachbarn?
Als Gastronomin wünsche ich mir, dass unsere Nachbarn im Einklang mit dem Café leben und sich nicht gestört fühlen. Und ansonsten? Na, ein schönes Leben! (lacht)

Was ist Ihr Lieblingsort in Neukölln?
Am Weichselplatz fühle ich mich nach wie vor ganz besonders wohl. Außerdem: das kleine Toilettenhäuschen an der Wildenbruchbrücke, das ich als Ausstellungsort immer sehr schön finde. Und: Tempelhof, das Flugfeld. Super!

Was war das aufregendste Erlebnis in Neukölln?
In unserem Treppenhaus hat es im Zuge der Serie im vergangenen Frühjahr gebrannt. Das war nur wenige Tage bevor in einem Haus in der Sonnenallee mehrere Menschen bei einem Brand ums Leben kamen. 

Was vermissen Sie an Neukölln?
Mehr gute Schulen, mehr gute Kitas! Das ist gerade Thema für mich, weil ich eine Schule für meine Tochter suche. Mein Kind wird wohl nicht in eine Neuköllner Schule gehen, das ist sehr schade. Es wäre so schön, wenn meine Tochter ganz in der Nähe in eine tolle Schule gehen könnte und zu Fuß ihre Spielkameraden erreichen könnte.

Was würden Sie verändern, wenn Sie könnten?
Ich würde den Boom auf Neukölln stoppen, ich würde Investoren verbieten sich hierher zu orientieren und die Mieten stabil halten. Ich würde den Ball flach halten, was Neukölln betrifft, aber das ist natürlich illusorisch – der Ball ist in Bewegung geraten. 

Welche Sprachen sprechen Sie?
Mein Vater ist Iraner, aber ich spreche nicht farsi. Außer deutsch spreche ich spanisch, ein bisschen katalan – ich habe acht Jahre in Spanien gelebt – außerdem französisch und englisch. 

Was ist Ihr Leibgericht?
Choresch Sabzi und Choresch Geimé – das sind iranische Gerichte, Eintöpfe mit Gemüse und Fleisch, die man mit Reis serviert. Und Linsensuppe, nach Mamas Art. 

Angenommen Sie hätten einen Wunsch frei…
…ich wünsche mir einen schönen Namen für unsere derzeit namenlose Eisdiele am Weichselplatz. Jeder ist herzlich eingeladen Vorschläge bei uns abzugeben. Bei der Namensfindung für unser Café rudimarie hat sich das damals bewährt. Der beste Vorschlag wird angenommen und mit einem Genussgutschein prämiert.

 

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New York Times 2009
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